Beziehungsanarchie

Beziehungsanarchie

kurz und knapp

Beziehungsanarchie (BA) wendet anarchistische Prinzipien, also die Abwesenheit von Herrschaft, auf zwischenmenschliche Beziehungen an, um Beziehungen ohne Autorität, Hierarchie oder Zwang zu führen.

Jede Beziehung wird individuell auf Basis der Wünsche und Bedürfnisse der beteiligten Personen betrachtet, anstatt sich an einer „Beziehungsrolltreppe“ oder gesellschaftlichen Norm.

BA fragt sich insbesondere, warum romantische Beziehungen in unserer Gesellschaft so viel höher priorisiert werden als alle anderen Beziehungen. In diesem Zusammenhang lehnt BA insbesondere die Amatonormativität ab, also die gesellschaftliche Annahme, das jede Person (nur) mit einer exklusiven romantischen Beziehungen erfüllt ist.

Beziehungsanarchismus bedeutet für mich also Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft von zwei oder vielen. Eine Gemeinschaft, die die „Regeln“ von Beziehungen, von erzwungener Heterosexualität, von erzwungener Monogamie, vom Partner, der Anspruch auf Sex hat, von Ehe, von Kinderbetreuung als Zwei-Personen-Job und von der Vorstellung, dass wir eine romantische oder sexuelle Beziehung brauchen, um vollständig zu sein, ablehnt. Eine Gemeinschaft, die sich stattdessen für Fürsorge, Zusammenarbeit, Gleichberechtigung und die Anerkennung entscheidet, dass wir mehr sind als nur unsere Beziehung, und dass wir alle unterschiedliche Bedürfnisse haben. Und in dieser Gemeinschaft legen wir die Regeln fest, die zu uns passen, und beenden sie, wenn sie nicht mehr zu unserer Gemeinschaft passen. Nach dieser Definition ist eine anarchistische Beziehung in erster Linie eine der Kooperation und der Festlegung eigener Regeln. Nach dieser Definition ist sie nicht eigennützig, sondern immer gegenseitig.

QueerAnarchism (auf Tumblr, original auf Englisch)

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